Japanisch & ich #1 – Memrise

In dieser neuen Rubrik möchte ich euch verschiedene Japanisch-Sprachkurse vorstellen. Wie ihr vielleicht wisst, habe ich mich schon immer für Japan und die Sprache interessiert und auch 4 Semester Japanologie studiert. Auch, wenn es mit dem Studium nicht geklappt hat, lerne ich weiterhin Japanisch, um nicht alles zu vergessen und natürlich um besser zu werden. Dabei habe ich schon sehr viel ausprobiert – Grund genug also, euch daran teilhaben zu lassen 🙂

Memrise

Allgemeines

Memrise ist eine tolle Plattform für mehrere Sprache, die man auch komfortabel per App auf mobilen Geräten nutzen kann. Ich empfehle dabei ein Tablet, es hat einfach die perfekte Größe dafür 🙂
Das Kursangebot umfasst nicht nur diverse Sprachen, sondern auch (in sehr abgespeckter Form) Geschichte, Naturwissenschaften, Kunst usw. Das Hauptaugenmerk liegt aber definitiv bei Sprachen. Zur Auswahl stehen klassische europäische Sprachen wie Englisch, Italienisch und Spanisch sowie eher „außergewöhnliche“ Sprachen wie Chinesisch oder eben Japanisch.
Die Grundfunktionen sind kostenlos und man kann eine ganze Menge lernen, ohne jemals zu bezahlen. Die Pro-Variante kostet etwa 35€ pro Jahr (bzw. ohne Abo 6,99€/Monat) und bietet einem noch mehr Vokabeln, detaillierte Statistiken über die Lernfortschritte sowie neue Modi. Manchmal bekommt man Angebote mit bis zu 50% Rabatt. Spätestens dann lohnt es sich, zuzuschlagen, denn die Pro-Version lässt einen mehr lernen und vor allem auch offline, denn alle Kurse der Pro-Variante lassen sich runterladen, so dass man auch unterwegs ohne Internet lernen kann. Perfekt für langweilige Zugfahrten etc. 🙂

Wie wird gelernt?

Gelernt wird, wie auf vielen anderen Plattformen auch, durch Wiederholen. Dabei sind sämtliche Vokabeln auch von Muttersprachlern vertont, so dass man auch gleich die Aussprache lernt. Die App gibt ein Wort mit Übersetzung vor, und kurz danach taucht das japanische Wort wieder auf und man muss aus vier deutschen Worten die richtige Übersetzung wählen. Später sind bis zu acht Übersetzungen zur Auswahl (auch mal nur akustisch) und das Wort muss selbst buchstabiert werden – der Schwierigkeitsgrad steigt also stetig. Natürlich geschieht die Abfrage auch andersrum (sprich, man muss zum deutschen Wort das entsprechend japanische wählen). Hat man das ca. 7x richtig gemacht, gilt das Wort als „gepflanzt“ und oben rechts erscheint eine Blume. Hat man es irgendwo vergeigt, landet die Vokabel im Bereich „Problemwörter“, die besonders intensiv gelernt werden können.
Manchmal müssen auch ganze Sätze gelernt werden. Diese müssen dann nicht buchstabiert werden, sondern aus zufällig angeordneten Wörtern richtig zusammengesetzt werden. Dabei sind 2-3 Wörter zu viel, so dass es hier zusätzlich erschwert wird. Dagegen ist das Auswählen der Übersetzung oft zu leicht, da man meistens nur einzelne Wörter mit dabei hat, so dass man einfach die längste Antwort anklicken kann, ohne sich groß Gedanken zu machen.
Die Lektionen sind sinnvoll aufgebaut und thematisch sortiert, z.B. Vorstellung, Zahlen oder Lebensmittel. Also großen Bonus gibt es auch Lektionen, um die Silbenalphabete (Kana) zu lernen – DAS hab ich bisher bei keiner anderen Plattform gesehen.

Community

Memrise bietet den Nutzern die Möglichkeit, sich zu verbinden, um Statistiken auszutauschen oder quasi gegeneinander anzutreten, da jede Lerneinheit Punkte bringt. Und wer möchte nicht gern der mit den meisten Punkten sein? Zudem kann man Eselsbrücken für jedes Wort erstellen, sogenannte „Memes“, die auch von anderen Nutzern eingesehen werden können. Allerdings gibt es kaum Memes, und im Japanisch-Kurs finden sich nur welche aus der Schweiz, die ich noch weniger verstehe als Japanisch, von daher sind sie wenig hilfreich.
Ansonsten können die User auch eigene Kurse erstellen. Das habe ich aber noch nicht getestet, daher kann ich da nicht viel zu sagen.

Fazit

Memrise ist eine tolle Plattform, um schnell eine ganze Menge Vokabeln zu lernen, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener (etwa B1). Das Lernen erfolgt intuitiv und einfach, wenn auch etwas eintönig. Trotzdem schafft es die Methode mit den lustigen Blumen, einen bei der Stange zu halten. Man denkt sich immer „ich lern eben 5 Minuten“, und dann werden plötzlich doch 15 draus. 🙂
Die Seite/App ist übersichtlich aufgebaut und läuft auch auf älteren Geräten schnell und stabil. Nie kam es zu Abstürzen o.ä.
Die verschiedenen Lern-Modi sind praktisch und lassen einen selber entscheiden, ob man z.B. lieber sein Hörverstehen oder seine Problemwörter trainieren möchte, auch wenn man für einige die Pro-Mitgliedschaft benötigt.
Letztere ist meiner Meinung nach preislich sehr fair und lohnt sich allein schon wegen der Offline-Nutzung der Lektionen. Zudem sind alle Kurse enthalten und man kann jederzeit die Sprache wechseln oder eine weitere hinzufügen.
Insgesamt also eine richtig gute Sache, um (nicht nur) Japanisch zu lernen. 4 von 5 Sternen 🙂

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